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Löten und Entlöten wie ein Profi - so geht's!

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Löten heißt, Metalle unter Verwendung von Wärme miteinander zu verbinden. Mit Geduld und Umsicht kann jeder lernen, wärme- und stromleitende Teile professionell zusammenzufügen.

 

Sicherheit vor allem anderen


Die Spitze eines Lötkolbens kann sich auf mehrere Hundert Grad erhitzen. Selbst die flüchtigsten Berührungen führen zu bösen Verbrennungen, und leicht entflammbare Gegenstände entzünden sich schnell. Aus diesem Grund sollten Sie beim Löten niemals auf eine stabile Halterung für den Lötkolben und auf eine feuerfeste Unterlage verzichten.

Beim Löten können aufgrund der Blei-Anteile und Flussmittel im Lötzinn außerdem Gase entstehen, die Sie möglichst nicht einatmen sollten. Achten Sie daher auf eine ausreichende Belüftung und denken Sie über eine Absaugvorrichtung der Lötdämpfe nach. Die Absauger filtern die Dämpfe über Aktivkohlefilter aus der Luft und sind recht preiswert in der Anschaffung, sofern sie nicht ohnehin Bestandteile eines Pakets sind.

Um Schäden an den zu verbindenden Komponenten zu vermeiden, sind die folgenden Sicherheitsregeln unbedingt einzuhalten:

• Schalten Sie sämtliche Leitungen stromlos.
• Sorgen Sie dafür, dass ein ungewolltes Wiedereinschalten unmöglich ist.
• Stellen Sie die Spannungsfreiheit fest.
• Erden Sie sich.
• Decken Sie unter Spannung stehende Teile im direkten Umfeld ab.

Die Unterschiede zwischen Weich- und Hartlöten

Das Hartlöten gehört zu den Fertigungsverfahren; die Löttemperatur liegt laut Definition über 450°C. Zu den Einsatzgebieten des Hartlötens gehören die Sanitär- und/oder Gasinstallation, die Herstellung von Werkzeugen aus Hartmetall, die Herstellung von Hohlleitern in der Hochfrequenztechnik, Kunst und Kunsthandwerk, die Herstellung von Prototypen in der Metallverarbeitung sowie die Herstellung von Wärmeüberträgern in der Kältetechnik und im Industrieanlagenbau. Die Festigkeit ist sehr hoch und liegt zwischen dem Weichlöten und dem Schweißen.

Beim Weichlöten werden Temperaturen von 200 bis 450°C erreicht. Das Verfahren eignet sich für den Einsatz in der Elektronik, Elektrotechnik und beim SMD-Löten. SMD steht für Surface Mounted Device, zu deutsch "auf Oberflächen montierte Bauteile". Weitere Einsatzbereiche sind Sanitärinstallationen, Werkzeug- und Heizungsbau sowie das Löten von Kupferrohren. Der Einstieg ins Weichlöten ist preisgünstig und daher auch für den privaten Bereich geeignet.

Was benötigen Sie zum Löten?

Das Lötzinn - vom Fachmann Lot genannt - wird für Weichlöten in unterschiedlichen Stärken angeboten, und zwar von 1 mm bis 1,5 mm. Neben Zinn sind weitere Metalle wie Blei, Kupfer und Silber enthalten. Wie hoch der Zinngehalt im Lot ist, können Sie der Beschriftung der Verpackung entnehmen. Der Zinnanteil bestimmt den Schmelztemperaturbereich; die Bezeichnungen der Weichlote sind standardisiert. Der Schmelzpunkt vom Lot mit der Bezeichnung L-Sn60Pb40 liegt zwischen 183 und 190°C; der vom Lot mit der Bezeichnung L-Sn99,3Cu0,7 bei 227°C.

Damit Sie auch als Einsteiger gleich richtig löten können, benötigen Sie hochwertiges Werkzeug. Empfehlenswert ist zum Beispiel ein elektrischer Lötkolben mit einstellbarer Temperatur. Wenn Ihnen die elektronische Temperaturregelung lieber ist, richten Sie Ihren Blick auf Lötstationen. Sie sorgen unter anderem dafür, dass de Lötspitze gleichbleibend erhitzt wird.

Selbst die Lötspitzen sind in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich. Für punktgenaues Löten bei Detailarbeiten empfiehlt sich ein Miniatur-Lötkolben mit feiner Spitze. Profis wählen den Hammer-Lötkolben, wenn sie zum Beispiel Bleche löten wollen. Auch für das Löten von Bleiverglasungen und Sonnenkollektoren ist ein Hammer-Lötkolben die richtige Wahl.

Eine Lötpistole ist ergonomischer als ein Lötkolben. Die Lötpistole besitzt eine schlaufenförmige Spitze, die mittels durchfließendem Strom erhitzt wird. Eine Leistung von 60 Watt ist für Lötpistolen bei Arbeiten im Elektronik-Segment ausreichend.

Entwickeln Sie Ihre eigene Vorliebe, für das richtige Löten eignen beide Werkzeug-Varianten gleichermaßen.

Nicht zu unterschätzen: die richtige Vorbereitung

Prüfen Sie die zu verlötenden Werkstücke akribisch auf Verunreinigungen und befreien Sie sie sorgfältig von Öl, Fett, Zunder etc. Reinigen Sie auch die Lötspitze. Ein gebräuchlicher Lötschwamm oder auch ein Trockenschwamm aus Metallwolle reichen dafür völlig aus. Sorgen Sie für einen Lötkolbenhalter, in dem Sie den Lötkolben sicher ablegen können, sowie für eine Löthilfe als Dritte Hand. Diese Löthilfe ist idealerweise mit einer Lupe und mehreren flexiblen Armen ausgestattet, die die zu verlötenden Werkstücke fixieren. Entfernen Sie zum Schluss alle leicht entflammbaren Materialien und Gegenstände aus Ihrem Arbeitsbereich.

So löten Sie richtig - eine kurze Anleitung

Schritt 1: Benetzen der Kontaktflächen
Halten Sie die Lötspitze an das zu verlötende Bauteil. Führen Sie dann das Lot zwischen Bauteil und Lötspitze und benetzen Sie die Kontaktfläche vollständig.

Schritt 2: Fließen des Lötzinns
Wenn Sie die Lötspitze zurückziehen, prüfen Sie, ob die gesamte Kontaktfläche benetzt ist. Grundsätzlich gilt beim Weichlöten: So heiß wie nötig, so schnell wie möglich. Wird die Lötspitze zu lange an die Bauteile gehalten, können diese aufgrund der Hitze Schaden nehmen.

Schritt 3: Verbinden der Bauteile
Vermeiden Sie Erschütterungen der Lötstelle, während Sie die zu verlötenden Teile miteinander verbinden. Spätestens nach fünf Sekunden sollte der Lötvorgang abgeschlossen sein. Wie in vielen anderen Fachbereichen gilt auch beim Löten: Übung macht den Meister!

Wie erkennen und reparieren Sie kalte Lötstellen?

Wenn beim Löten zwischen den Bauteilen keine so genannte schlüssige Verbindung besteht, handelt es sich um eine kalte Lötstelle. Kalte Lötstellen zu erkennen, ist nicht ganz einfach. Hier folgen einige Tipps:

• In der Regel sind kalte Lötstellen eher matt scheinend. Bedenken Sie jedoch, dass auch bleifreies Lötzinn immer etwas matter wirkt.

• Das Lötzinn hat keine Tropfenform gebildet, sondern zeigt sich eher verschmiert.

• Sie sehen Brüche im Lötzinn oder auf dem Bauteil.

• Die Lötstelle ist verdreckt.

• Mechanisch beanspruchte sowie sehr schwere Bauteile sind oft von kalten Lötstellen betroffen.


Das Reparieren kalter Lötstellen ist nicht schwierig, denn genau genommen löten Sie sie einfach nur nach:

• Haben Sie zu wenig Lötzinn verwendet, geben Sie frisches hinzu.

• Ist die Lötstelle gebrochen, erhitzen Sie die Stelle und befestigen Sie sie mit zusätzlichem Lötzinn.

• Ist die Lötstelle verschmutzt, sollten Sie sie zunächst entfernen. Dazu verwenden Sie am besten eine Entlötpumpe oder eine Entlötsauglitze. Anschließend verlöten Sie die Stelle neu.

Achten Sie auch beim Entlöten darauf, dass die Bauteile nicht zu stark und nicht zu lange erhitzt werden.

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